Kritische Hinterfragungen PHSZ

von Andrea Bodmer (2. Semster, PS)

 

Jeder macht sich manchmal Gedanken über Dinge, die selbstverständlich sind oder zumindest als

solche empfunden werden. Aus diesem Grund versuche ich mal ehrlich und mit einem Augenzwinkern meinen Gedanken Gehör zu verschaffen und die eine Leserin oder den anderen Leser zum Schmunzeln zu bringen. Denn ich bin mir sicher, dass es einige Personen gibt, die sich das Gleiche auch schon überlegt

haben.

 

Sitzsäcke vs. Töggelikasten

Wer kennt sie nicht – die Sitzsäcke und den Töggelikasten im obersten Stockwerk der PHSZ? Ein

Buch lesen, Musik hören, gemütliches Beisammensein oder einfach mit Gleichgesinnten philosophieren. Dafür eignen sich die Sitzsäcke hervorragend. Wer sich eher sportlich, im Sinne von Pseudosport oder «Bewegung im engeren Rahmen», betätigen möchte, der spielt mit seinen Mitstudierenden Tischfussball.

Selbst an sonnigen Tagen verbringen gerne einige Studierende ihre Zwischenstunden mit

lautstarkem Kräftemessen in der Kunst des «Töggelens».

Dumm nur, wer zur gleichen Zeit ein Buch lesen, Musik hören, gemütlich beisammen sein oder

mit Gleichgesinnten philosophieren möchte. Dieser hat dann halt einfach eine lebensechte Geräuschkulisse, als würde er (oder sie) im Stadion sitzen. Vielleicht müssten sich die Philosophen mal wehren, ihre Fragen laut herausschreien, die Musik aufdrehen, Bücher laut vorlesen oder Diskussionen auf einem Dezibellevel

von mindestens 80 führen. Wie heisst es so schön? Leben und leben lassen oder gleiches Recht für alle. 😉

 

Vorlesungen live vs. online

Heutzutage haben es die Studierenden wirklich praktisch. Die Vorlesungen der Grossmodule werden

nicht mehr nur noch im Hörsaal vorgetragen, sondern können auch online von zu Hause aus angehört werden. Dort kann man es sich dann so richtig bequem machen. Mit dem Kaffee in der Hand, im Pyjama auf dem Sofa liegen und nebenher noch salzige oder süsse Snacks geniessen.

Wer sich da für die Live-Version der Vorlesung entscheidet, hat es wesentlich unbehaglicher.

Harte Holzsitze, Mitstudierende um einen herum, die entweder fleissig am Notizen schreiben sind oder ihre Garderobe bei Zalando aufstocken. Doch zumindest hat man das lebensechte «Feeling» von einem erfahrenen Dozenten oder einer Dozentin, die in einem gemütlichen Tempo die theoretischen Hintergründe und Grundbausteine für ein bestimmtes Fachgebiet erklären. Die «Couch-Potatoes» verzichten zwar auf das Gefühl eines eingeschlafenen Hinterns, profitieren dafür aber von einem Knopf, der die Wiedergabe-Geschwindigkeit ohne Probleme auf das Doppelte oder Dreifache steigert, was zu einem intensiveren

Zuhör-Erlebnis führt. Da verwundert es keinen, dass die Online-Hörer stutzen, wenn sie den Dozenten oder die Dozentin in Natura erleben und hören – «Der hat so eine tiefe Stimme?»