Interview mit Prof. Dr. Lennart Schalk –

Prorektor für Forschung und Entwicklung an der PHSZ

von Simona Föhn, 1. Semester


Wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Ich habe zunächst für ein Jahr Volkswirtschaft in Potsdam studiert, dann aber zum Psychologie-Studium an die Technische Universität Berlin gewechselt. 2007 habe ich meinen Abschluss gemacht und bin dann in die Schweiz umgezogen. Von 2007 bis 2012 promovierte ich in der Abteilung für Lehr-und Lernforschung von Prof. Dr. Elsbeth Stern an der ETH in Zürich. Nach meiner Promotion habe ich weiter bei Elsbeth Stern in der Forschungsgruppe gearbeitet, bis ich 2017 an der PHSZ die Forschungsprofessur für MINT-Fachdidaktik im Anfangsunterricht übernommen habe. Seit dem 1. August 2018 leite ich das Institut für Unterrichtsforschung und Fachdidaktik und am 1. November 2018 habe ich das Prorektorat für Forschung und Entwicklung übernommen und bin damit der Nachfolger von Dominik Petko, der an die Universität Zürich geht.

 

Was werden Sie unterrichten?

Ich gebe im nächsten Semester MINT im Anfangsunterricht für Kindergarten und Unterstufe und im nächsten Herbstsemester eine Lehrveranstaltung zur fachdidaktischen Forschung im Rahmen des Masterstudiengangs «Medien und Informatik», welcher jetzt neu angefangen hat.

 

Das «Entweder - Oder-Interview» (zwei Möglichkeiten zur Auswahl - welche passt eher zu Ihnen?): ·

Käse oder Schokolade?

Schokolade: Weil ich Schokolade eigentlich immer essen kann, Käse aber nicht immer. ·

 

Berg oder Meer?

Berg und Meer: Da kann ich mich nicht entscheiden, da es so unterschiedliche Sachen sind. Bei beiden sehe ich Vorzüge. Ich bin aus Norddeutschland – eine absolut flache Gegend ohne Berge, aber das Meer ist relativ nah und bietet einen weiten Horizont. Gleichzeitig mag ich aber auch das Wandern in den Bergen sehr. Hmmm, nein, ich kann mich nicht entscheiden. ·

 

Stadt oder Land?

Stadt: Weil ich das Angebot in der Stadt mag. Ich schätze es, dass viel los ist und es ein grosses kulturelles Angebot gibt. So kann ich schnell essen, ins Kino oder ins Theater gehen. 

 

Putzen oder Kochen?

Kochen: Ich koche sehr gerne und auch viel, eigentlich jeden Abendgemeinsam mit meiner Partnerin. Putzen ist einfach eine Notwendigkeit. ·

 

Kino oder Fernsehabend?

Kino: Ganz einfach, da ich keinen Fernseher habe. ·

 

Reisen oder Weiterbildung?

Reisen und Weiterbildung: Ich mache beides. Derzeit besuche ich eine Weiterbildung (ein "Certificate of Advance Studies") und mache eine Habilitation an der ETH. Weiterbildungen sind bereichernd, erfordern aber Wochenendarbeiten. Urlaub mache ich natürlich auch. Ich würde nicht meine Urlaubszeit für Weiterbildung hingeben. Urlaub machen und Reisen ist auch ein wichtiger Teil des Stressmanagements, man muss auch mal eine Zeit lang etwas anderes machen als arbeiten.

 

Wie gehen Sie mit Stress um?

Ich versuche mir Zeit zu nehmen, in der ich nicht über die Arbeit nachdenke. Dies ist aber nicht immer einfach. Was bei mir ganz gut funktioniert, sind Aufgaben, die meine volle Konzentration erfordern. So mache ich zum Beispiel gerne Musik. Ich habe sehr viele Schallplatten, Synthesizer und elektronische Geräte, aber auch E-Gitarren und Bässe zum Musizieren. Das kann ich nur, wenn ich mich voll und ganz darauf konzentriere. Ich bin kein guter Musiker und ärgere mich somit dauernd, weil ich immer etwas falsch mache. Doch dies ist genau der wertvolle Moment, weil ich mich nur noch über mein musikalisches Unvermögen ärgere und nicht mehr darüber nachdenke, was ich eigentlich in meinem letzten Artikel hätte schreiben müssen. Gleichzeitig ist Stress ja nicht per se schlecht – wichtig ist eine gute Zeitplanung und Übersicht über anstehende Aufgaben.

 

Was wünschen Sie sich von den Studierenden?

Von den Studierenden wünsche ich mir, dass sie begeistert sind von dem, was sie in Zukunft machen wollen. Sie sollten sich interessiert und kritisch in die Lehrveranstaltungen einbringen. Denn viele Dinge, mit denen man sich beim Lehren und Lernen beschäftigt, sind keine festen Naturgesetze, sondern Theorien und Ideen, welche empirisch zwar teilweise sehr gut belegt sind, aber trotzdem immer auf den eigenen Unterricht angepasst werden müssen. Deshalb erwarte ich von den Studierenden, dass sie Flexibilität und Offenheit zeigen oder auch bereit sind, verschiedene Methoden einmal auszuprobieren, um dann festzustellen, was ihnen beim Unterrichten liegt. Theoretische Ansätze und didaktische Modelle bieten dabei Unterstützung, weil sie helfen, Situationen im Schulalltag besser einzuschätzen, zu verstehen und damit umgehen zu können.

 

Ich danke Herr Prof. Dr. Schalk für das Interview.