Lokale Biodiversität vorleben

von Sina Niederberger, 2. Semester

 

Herr Kühnis ist an der Pädagogischen Hochschule Schwyz in verschiedenen Funktionen tätig. Er ist ein sehr vielfältiger Mensch, der gerne italienische oder schweizerische Küche mit passender Weinbegleitung geniesst. Seine Heimatregion ist das Alpenrheintal. Im folgenden Artikel erfahrt ihr mehr über seinen Einsatz für eine naturnahe Campusgestaltung an der PHSZ.

 

Warum ist Ihnen die nachhaltige und naturnahe Campusgestaltung so wichtig?

Die Erhaltung der weltweiten Biodiversität zählt zu den dringlichsten Aufgaben unserer Zeit. Aufgrund des globalen Rückgangs der biologischen Vielfalt besteht grosser Handlungsbedarf, dieser Negativentwicklung auch auf nationaler Ebene entgegenzusteuern. Wir möchten als Bildungsinstitution deshalb unsere Verantwortung wahrnehmen und einen aktiven Beitrag leisten. Die Förderung der lokalen Biodiversität soll Studierenden anschaulich vorgelebt werden und dazu beitragen, dass sich künftige Lehrpersonen auch für naturnahe Schulareale einsetzen.

 

Welche konkreten Massnahmen wurden bislang umgesetzt?

Basierend auf einem Gestaltungs- und Pflegekonzept konnten durch unsere Kommission für Nachhaltigkeit und Chancengleichheit in den letzten Jahren bereits erste Aufwertungsmassnahmen initiiert und schrittweise umgesetzt werden. Hierzu zählen unter anderem die Schaffung einer artenreichen Magerwiese beim Aussensitzplatz, die Pflanzung heimischer Sträucher, die Anlage von Kleinstrukturen sowie die Neubepflanzung der Pflanztröge mit heimischen Blumen und Kräutern.

 

Was gibt Ihnen die Motivation und den Durchhaltewillen dazu?

Als Ökologe und Umweltpädagoge ist mir diese Umsetzung ein sehr wichtiges persönliches Anliegen, wofür ich mich sehr gerne engagiere. Diese gestalterische Arbeit empfinde ich als sehr bereichernd und sie bildet zugleich einen willkommenen Ausgleich im Arbeitsalltag. Die Zertifizierung unseres naturnahen Campus durch die Stiftung Natur + Wirtschaft als erste Pädagogische Hochschule der Schweiz ist eine besondere Ehre und zugleich Verpflichtung, unsere ökologischen Bestrebungen (dank der Unterstützung und dem klaren Commitment  unserer Hochschulleitung) konsequent weiterzuführen.

 

Wenn Sie zurückblicken, was waren Ihre wichtigsten Veränderungen / Ereignisse bezüglich Nachhaltigkeit?

Ich durfte in einem naturnahen Umfeld aufwachsen und verbrachte meine Kindheit sehr häufig in der Natur. Als ehemaliger Pfadfinder und Mitglied verschiedener Naturschutzorganisationen setze ich mich deshalb seit meiner Schulzeit für den Erhalt unserer Natur ein. Diese prägende Lebensphase war mitentscheidend, warum ich mich auch in meinem Studium mit einer ökologischen und umweltwissenschaftlichen Perspektive auseinandersetzte. Dieses Wissen versuche ich nun seit Jahren in meinen Ausbildungsmodulen an der PHSZ den Studierenden weiterzugeben. In der heutigen Zeit spielt der bewusste Umgang mit der Natur eine grosse Rolle. Mich interessiert nun Ihre Perspektive auf die Umweltproblematik und die aktuelle Klimawandeldebatte. Für die Gestaltung einer lebenswerten Gegenwart und Zukunft ist meines Erachtens eine systemisch und langfristig ausgerichtete Betrachtungs- und Handlungsweise unabdingbar. Um Lernende auf ein verantwortungsbewusstes Leben in unserer globalisierten Welt vorzubereiten, bildet die Bildung für nachhaltige Entwicklung deshalb einen wichtigen Bestandteil einer zeitgemässen Bildung. Der Lehrer/innen-Bildung kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu, denn gut ausgebildete Lehrkräftesind wichtige Schlüsselpersonen in diesem Bildungsprozess. Das beherzte Engagement der Jugend im Rahmen der aktuellen Klimadebatte begrüsse ich sehr, da nun endlich auch in der Politik die thematische Dringlichkeit erkannt und zum Anlass genommen wird, entsprechende Massnahmen umzusetzen.