Der Ernst des (Lehrerberufs-)Lebens - Interview mit einer ehemaligen Studierenden

von Sarah Bürgler (2. Semester)

 

Die ehemalige Studierende hat während drei Jahren das Vollzeitstudium Primarstufe an der PHSZ absolviert, schaffte nach ihrem Studium einen nahtlosen Übergang ins Berufsleben und unterrichtet nun eine gemischte 3./4. Klasse im Kanton Zürich. Im folgenden Interview berichtet sie über Anreize und Herausforderungen des Berufes und über die Ausbildung an der PHSZ.

 

Welche Vorteile bringt der Beruf der Primarlehrperson mit sich?

Besonders der Kontakt zu Kindern und der abwechslungsreiche Berufsalltag sprechen sehr für den Beruf der Primarlehrperson. Dass kein Schultag wie der andere ist und dass das Unterrichtsgeschehen nie vollständig planbar ist, macht den Beruf sehr spannend. Ich schätze auch die hohe Eigenverantwortung – man ist ziemlich frei in der Umsetzung des Unterrichts und gleichzeitig verantwortlich für ein möglichst reibungsloses Unterrichtsgeschehen.

 

Welche Nachteile gehören zum Beruf der Primarlehrperson?

Weil zum eigentlichen Unterricht ja bekanntlich auch dessen Vor- und Nachbereitung gehört, ist es aus zeitlicher Sicht ein sehr anspruchsvoller Beruf. Von 07:00 Uhr bis 19:00 Uhr im Schulhaus zu sein und zu arbeiten, ist keine Seltenheit. Auch die Zusammenarbeit mit gewissen Eltern kann manchmal herausfordernd sein. Sei es durch eine geringe Wertschätzung der Arbeit als Lehrperson oder durch das vermeintliche Allwissen der Eltern über ihre Kinder – der Umgang mit Elternmuss geübt sein.

 

Worauf ist zu achten im Berufsalltag?

Enorm wichtig ist eine gesunde Work-Life-Balance. Diese kann unter anderem durch eine klare räumliche Trennung von Beruf und Privatleben erreicht werden: Unterrichtsvor- und -nachbereitung findet bei mir zum Beispiel immer im Schulhaus und nicht zu Hause statt. Von grosser Bedeutung ist auch ein gekonnter Umgang mit Kritik. Die Primarlehrperson wird von den Schülerinnen und Schülern beobachtet und beurteilt, dazu kommen die Eltern, Berufskollegen und Mitglieder der Schulleitung – also sozusagen «beurteilen und beurteilt werden».

 

Wie wird die Ausbildung an der PHSZ mit Blick auf Praxisnähe und Vorbereitung für die Zukunft beurteilt?Natürlich wurden, wie vermutlich in jedem Studium, nicht alle Lerninhalte als gleichermassen wichtig eingestuft – so zum Beispiel bei der Übermittlung von trägem Wissen, also theoretisch vorhandenem Wissen, das in der Praxis jedoch nicht angewendet werden kann. Eine grosse Mehrheit der Module erwies sich jedoch sehr als sehr praxisnah, sodass der Blick auf die Praxis nicht verloren ging.Besonders lehrreich waren diejenigen Module, deren Lerninhalte gleichzeitig auch in den Praktika angewandt werden konnten. Auch durch die verschiedenen Praktika während der Ausbildung konnten schon früh Handlungskompetenzen erworben werden. Durch die Vermittlung und Verbindung von Theorie und Praxis legt die Ausbildung an der PHSZ also einen wichtigen Grundbaustein, auf dem im Berufsleben nach und nach aufgebaut werden kann (ganz im Sinne des kumulativen Kompetenzaufbaus gemäss Lehrplan 21 😉).