Blockwoche zur Mediendidaktik

von Linda Schreier (2. Semester)

 

Der erste Blick auf den Stundenplan wirkte ziemlich erfreulich. Am Montag erst um 10 Uhr Schule und zweieinhalb Tage insgesamt ohne Präsenzpflicht. Blieb nur noch die Frage, was Mediendidaktik überhaupt genau ist. Doch diese Frage wurde in der Einführungsveranstaltung sehr rasch geklärt. Es geht, grobgesagt, um den gezielten Einsatz von Medien im Unterricht. Allerdings ist es wichtig, dies von der Medienpädagogik zu unterscheiden, denn das ist keinesfalls das Gleiche. Anschliessend folgten die Infos zu der Modulprüfung; eine Multiple-Choice-Prüfung im Internet, die man irgendwo absolvieren konnte, und ein E-Book zu einem Begriff erstellen. Die ersten Gedanken dazu waren, dass dann ja wohl jeder in den Unterlagen nachsieht für die Online-Prüfung, was aber auch erlaubt ist. Partnerarbeit war zwar verboten, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich das Gefühl, dass sich da nicht alle darangehalten haben. Was das E-Book betrifft, war Partnerarbeit sehr erwünscht, aber wenn man sich wie ich nicht schnell genug jemanden gesucht hatte, gab es keinen Überblick, wer auch noch keinen Partner hat. Die Gruppen und das Thema sollten bis am ersten Abend schon eingeteilt sein, was nicht überall klappte, weshalb die Frist verlängert wurde. Auch während der Bearbeitung des E-Books gab es Missverständnisse, denn in der Beschreibung der Modulprüfung stand nicht genau, ob ein Video Pflicht ist. Dann gab es Dozenten, von denen einer der Meinung war, ein Video müsse rein, ein anderer sagte, es sei freiwillig, wenn man Audioeinfügt.

 

Wahrscheinlich haben am Ende nicht alle erfahren, dass das Video nicht obligatorisch ist. Auch ich erfuhr davon erst, als ich das Video bereits gedreht hatte. Als nächstes folgte der Blick auf die Pflichtliteratur, die zu lesen war, und ich erschrak im ersten Moment ein wenig; Es waren 125 Seiten Text, die man für 25 Multiple-Choice-Fragen lesen sollte. Der Vorteil war aber,dass einige Themen in verschiedenen Texten wieder aufgenommen wurden, was auch das Lernen und Einprägen erleichterte. Oft war es so, dass ein Grossteil des Gelesenen auch in den Präsenzveranstaltungen aufgegriffen wurde. Witzig fand ich, dass uns zwei der vier Dozenten ihren eigenen Text, den sie für ein Buchgeschrieben haben, zum Lesen gaben, und auch die anderen wurden von Dozenten an unserer PH geschrieben. Ein wenig verwunderlich war das für einige vielleicht schon, da Neustudierende sich sicher weniger gewohnt sind, dass ihr «Lehrer» auch schon Bücher geschrieben hat, die man dann auch lesen soll. Irgendwie ist bei mir, besonders nach der Veranstaltung, in der das Urheberrecht thematisiert wurde, das Gefühl aufgekommen, dass es ein Plagiat ist, wenn man genau die Worte des Dozenten von der Vorlesung oder eines Seminars aufschreibt. Und ich fragte mich, ob das nicht unter Eigengebrauch geht. Etwas, das uns in der Mediendidaktik-Woche ständig eingetrichtert wurde, war «Sparsamkeit beim Einsatz der Medien». Natürlich macht das Sinn, aber nachdem man sich eine Woche so intensiv mit den Medien und deren Vorteilen beschäftigt hat, kann das Gefühl aufkommen, dass Medien unglaublich wichtig sind und man sie so oft wie möglich einsetzen sollte, um den Kindern das Lernen zu erleichtern. Oder man lehrt sie mithilfe der Medienpädagogik, mit digitalen Medien umzugehen. Es dauerte bei mir gut ein paar Tage, bis ich mir wieder klar gemacht hatte, dass es auch viele andere Lernangebote als nur digitale Medien gibt. Alles in allem war die Woche geprägt von sehr vielen Eindrücken und die «Werbung» für die Medien ist definitiv gelungen, denn während ich zu Beginn der Woche beinahe geschockt war, dass schon Kindergärtner ein Tablet benützen sollen, wurde dies gegen Ende fast schon selbstverständlich. Ein wenig übertrieben finde ich nach wie vor, dass man nach Meinung einiger Kantone bereits in der vierten Klasse für jedes Kind ein Gerät haben soll. Es ist nun mal so, dass die meisten Studierenden sich in ihrer Schulzeit nur selten mit neuen Medien auseinandergesetzt haben. Jedoch muss man daran denken, dass darin die Zukunft liegt.