Austauschsemester in Lausanne

von Stefanie Notter, 4. Semester

 

„Es Uustauschsemester? Ich? Alles uf Französisch? Hmmm... jaeh, das wär sicher en mega cooli Erfahrig!“ – so begann alles... Schon als ich zum ersten Mal gehört habe, dass man während des vierten Semesters ein Austauschsemester machen kann, habe ich mich direkt in diese Variante verliebt. Denn so können die Austauschstudenten nicht nur eine Sprache, sondern eine andere Region, deren Kultur und die Menschen an diesem anderen Ort kennenlernen. Ich persönlich fand es toll, für vier Monate auch gleich an diesem Ort zu wohnen, zum ersten Mal WG-Luft zu schnuppern und auf eigenen Beinen zu stehen. Und so meldete ich mich für diese tolle Möglichkeit an.

Natürlich stellte sich auch die Frage, wo wir wohnen könnten. Jedoch waren wir 3 Lausanne-Austauschstudentinnen uns ziemlich schnell einig, dass wir uns nicht zu dritt nach einer Wohnung auf die Suche machen wollen (damit wir vielleicht nicht nur Deutsch sprechen). Deshalb meldeten wir uns bei FMEL (Fondation Maisons pour étudiants Lausanne) an. Glücklicherweise hat es bei 2 von uns dreien geklappt und ich wurde in ein Zimmer in einer WG mit 4 anderen Studenten eingeteilt. Am 15. Februar 2018 ging es für mich los: Ich machte mich auf den Weg nach Lausanne und konnte an diesem Tag mein Zimmer beziehen. Meine neue „Familie“ bestand aus Studenten (und jetzt auch neuen Freunden) aus allen möglichen Teilen der Welt: Genf, Kanada, Griechenland und China.

Diese Erfahrung fand ich für mich extrem wertvoll und ich bin sehr glücklich, dass das so geklappt hat.

 

Am ersten Wochenende in dieser neuen Stadt (quasi „Steffi allein in Lausanne“) begab ich mich bereits einmal auf Entdeckungsreise. Denn eigentlich kannte ich Lausanne noch so gut wie gar nicht... alle sagten nur immer, dass es eine wunderschöne Stadt sei. Jetzt weiss ich, dass das auch wirklich stimmt! In der ersten Woche waren wir noch ziemlich verloren als 3Studentinnen in einer riesigen Studentenmasse. Jedoch nach den ersten 2-3Wochen hat sich das sehr gut eingependelt und wir fanden uns schon bald zu recht. Was für uns neben viel Anderem auch noch speziell war: die Fächerauswahl. Denn man bekommt nicht wie bei uns an der PH einfach einen Stundenplan, sondern muss sich diesen selbst zusammenstellen. Schlussendlich fanden wir 2 tolle Fächer an der HEP (PH von Lausanne) und 3 Module an der Universität in Lausanne. Nebenbei meldeten wir uns bei der Sprachschule „Inlingua“ auch für einen Sprachkurs an, damit wir in unserem Französisch wirklich Fortschritte mach(t)en.

Weiter haben wir uns entschlossen, uns auch für ein Praktikum anzumelden. Uns war bewusst, dass dies sicherlich eine ziemliche Herausforderung werden würde, da alles in Französisch unterrichtet wird – aber wir würden dabei sicher viel profitieren... So war jeweils der ganze Donnerstag fürs Praktikum eingeplant. Die beiden Kurse an der HEP waren „Sciences“ und „Gestion de la classe“. Dabei bildete das erste ein Fach wie NMG mit Schwerpunkt auf Geschichte. Und „Gestion de la classe“ war sehr hilfreich fürs Praktikum, da es hier ums Klassenmanagement ging. Es wurden schwierige Situationen besprochen, kooperative Lernformen vorgestellt und andere Hilfsmittel gezeigt, welche den Lehrerinnenalltag vereinfachen. Die Module an der Uni waren alle von EFLE (école de français langue étrangère). Dadurch waren sie sprachlich etwas einfacher, da wir bei allen die Niveaus B1/B2 gewählt hatten. Da haben wir „Ecouter, parler, aller – retour“, „Lire, écrire, aller – retour“ und „improvisation théâtrale “ gewählt. Die ersten beiden behandelten die 4 Grundkompetenzen, wobei wir sprachlich vielprofitieren konnten. Das Improvisationstheater hingegen half uns werdenden Lehrerinnen, noch besser spontan und sicher vor Menschen zu stehen und (hiervor allem französisch) zu sprechen. Für mich persönlich war das für das Praktikum sehr hilfreich. Schlussendlich konnten wir sagen, dass wir gute und sich sehr gut ergänzende Module gewählt haben. Somit konnten wir sprachlich und auch didaktisch viel profitieren und wir könnten sie weiter empfehlen.

 

Es war eine unglaublich tolle Erfahrung, wobei wir nicht nur viel Französisch, sondern auch viel über uns selber lernen durften. Es hat uns sehr gefallen und wir können es allen weiter empfehlen, die offen für ein Abenteuersind. Und wenn es euch so geht wie uns, würdet ihr am Schluss am liebsten gerade noch einmal ein solches Austauschsemester anhängen. Lausanne, merci pour tout! Tu vas nous manquer!