Praktische Erfahrung als Mehrwert für die Pädagogische Hochschule

von Simona Föhn, 1. Semester

 

Je nach schulischem Werdegang gestaltet sich das Aufnahmeverfahren an eine Pädagogische Hochschule als unverhältnismässig grosse Hürde. Während sich Personen mit der gymnasialen Matura direkt an der PH einschreiben können, müssen Quereinsteiger für ihren Studienplatz einiges mehr leisten. Die praktische Erfahrung im sozialen Bereich könnte hierfür einen Ausgleich darstellen. Die Aufnahmeprüfung für Personen mit abgeschlossener Berufslehre und zweijähriger Berufstätigkeit erfolgt in den meisten Fällen via Vorbereitungskurs und/oder Zulassungsprüfung. Mit einer gymnasialen Matura entfällt eine Aufnahmeprüfung und man kann sich direkt einschreiben ohne jeglichen praktischen Fähigkeitsausweis. Ich persönlich sehe noch Verbesserungspotenzial in diesem System.

 

Letztes Jahr erlebte ich selber, was man alles leisten muss, um die Zulassungsprüfung zu bestehen. Trotz gesundheitlich-sozialer Berufslehre und Berufsmaturität musste ich an der PHSZ einige Prüfungen absolvieren. Meine wertvolle Berufserfahrung in der Kinderarztpraxis und langjährige Leitertätigkeit im Turnverein sowie auch im Blauring wurden nicht berücksichtigt. Genau diese praktischen Erfahrungen mit Kindern sollten meines Erachtens angerechnet werden. Diese Erfahrung gibt einem die Gewissheit, dass man mit Kindern in Zukunft arbeiten will. Warum ist an unserem Hochschulsystem der theoretische Nachweis eines Gymnasiums so viel mehr wert als die praktische, soziale Erfahrung mit einer Berufsmaturität? Bei anderen Studiengängen wird dieses Prinzip bereits mit grossem Erfolg angewendet. In den fachhochschulischen Studienrichtungen wie Architektur oder Sozialer Arbeit gehört vor Studienstart ein Praktikum zur Pflicht.

 

Egal ob Gymnasium oder Berufsmaturität. Ich hoffe, dass mein Sachverhalt zum Denken anregt und erörtert wird. Besten Dank.