APF in Norwich

von Stephanie Notter, 4. Semester

 

Zahnbürste? Eingepackt. Portemonnaie? Eingepackt. Handy und Ladekabel? Eingepackt. So erging es mir am Abend vor meiner Abreise. Am Pfingstsonntag, 4. Juni 2017, machten sich 34 Studierende der PHSZ auf den Weg nach Norwich, England – so auch ich. Die meisten davon mit dem Flugzeug, ein paar wenige mit dem Auto. Ein bisschen angespannt nahm auch ich den Zug zum Flughafen Zürich. Pünktlich um 10.30 Uhr hob die Swiss ab, und das Wetter spielte so gut mit, dass wir sogar zwanzig Minutenfrüher als geplant auf dem Flughafen Heathrow landeten. Von da nahmen wir den National Express und trafen nach 4.5 Stunden in Norwich ein – alle sehr unterkühlt, da die air condition auf Hochtouren eingestellt gewesen war. Karen, meine Gastmutter, holte mich an der Busstation ab und zeigte mir auf dem Heimweg gleich einen Teil der mittelalterlichen Stadt. Mein erster Eindruck: wow, hübsch, grösser als erwartet, ansprechende Einkaufsstrasse und schöne Parks. Nach einem echten italienischen Nachtessen – meine Landlady war gebürtige Italienerin – war der erste Tag geschafft. Nur noch sieben Wochen. Wie diese wohl werden? Am Montag trafen wir uns alle um 09.00 Uhr in unserer Schule NILE. Wir hatten einander schon viel zu berichten – alles, rund um unsere Ankunft, unsere Gastfamilien und Wohnungen. Zwei von uns mussten bereits etwas Neues organisieren, da sie eigentlich eine Wohnung über airbnb gebucht hatten. Jedoch war diese leider anders als erwartet. Der erste Tag diente vor allem den allgemeinen Informationen und der Orientierung in der Stadt. Ab Dienstagging es dann richtig los. Jeder und jede von uns hatte sich vorgängig 2 Themenausgesucht: Zur Auswahl standen Drama, Learning Differences, Critical Thinking Skills und Technology. Es war eine sehr abwechslungsreiche Woche, in der wir viel Neues kennenlernten, wobei auch immer wieder Spiele dabei waren, die wir auch in unseren Praktika oder später als Lehrpersonen brauchen könnten. Diese beiden Blöcke dienten uns als Theorieinput. So lernten wir in der ganzen ersten Woche vieles über die Stadt, England allgemein und natürlich auch eine Menge über das englische Schulsystem und über Lernschwächen, welche in England anders behandelt werden. Durch die ganze Woche begleiteten uns 5 Lehrer der NILE, welche alle sehr sympathisch und offen waren. In der zweiten Woche wechselten wir von der Theorie in die Praxis. Eingeteilt in kleine Gruppen, besuchten wir verschiedene Primarschulen in Norwich. Es war sehr spannend und die Unterschiede zu den Klassen, Schulzimmern und Unterrichtsstilen in der Schweiz waren ziemlich gross. Über gewisse Dinge waren wir überrascht, da wir nicht wussten, dass dies in England so üblich war. Ziemlich überrascht haben mich z.B. die mehreren assistant teachers, welche eine Lehrperson unterstützen. In den einen Klassenwaren eine Haupt- und eine Assistenzlehrperson, in anderen Klassen gab es sogar2-3 Assistenzlehrpersonen. Diese ermöglichten es, dass einzelne Schülerinnen und Schüler während des normalen Unterrichts separiert wurden und so einzeln unterstützt werden konnten. Meistens waren dies Kinder, welche in einem Fach Mühe hatten und in einem gewissen Bereich zusätzlich Unterstützung brauchten. Ich wusste nicht, dass das in allen Schulen in England so gemacht wird. Es ist vergleichbar mit der IF-Lehrperson bei uns in der Schweiz. Wir durften so in der zweiten und dritten Woche viele bereichernde Erfahrungen sammeln und auch selber den Klassen über die Schweiz erzählen und ihnen ein paar Worte Schweizerdeutschbeibringen. Dies war eine tolle Erfahrung, nicht nur für uns, sondern auch für die Kinder. Eine Klasse durfte sogar das Lied „Heiweh“ von Gölä geniessen, welches zwei Studenten ihrer Klasse mit Gitarre und Gesang präsentierten. Ich persönlich fand es sehr eindrücklich, wie die Schülerinnen und Schüler in Norwich unterrichtet werden und habe mir einige Sachen gemerkt, welche ich später auch in meinen Unterrichteinbauen möchte. Es waren spannende drei Wochen mit einer tollen Gruppe an Studierenden. Und so durften wir am Samstag, 24. Juni um viele Erfahrungen reicher (und mit dem Wissen, wo die guten Pubs und Clubs von Norwich sind) wieder nach Hause gehen.