“Möchet doch churz mal d Mikrofon ah” - Radenka Maksimovic

Diesen und ähnliche Sätze hörten wir im Vergleich zu anderen Schuljahren immer wieder.

 

Die Ferien stehen vor der Tür und das heisst, selbst die (gefühlt niemals endenden) Zoom-Sessions finden bald ihr Ende.  Dieses Schuljahr ging nicht gerade nach Plan. Wir mussten uns nach einigen Wochen Präsenz vor Ort in den Fernunterricht begeben und uns für die restlichen sieben Monate mit dem Unterricht vor einem Bildschirm zufriedengeben.  

Nach so einer drastischen Veränderung ist es nicht überraschend, dass wir neue Methoden gegen Langeweile suchen oder unsere Ausdrucksweise sich ändert.  Manche Sätze, die wir im Unterricht bereits nutzten, haben an Wert gewonnen, während andere sich komplett geändert haben. 

Hier ist eine Ansammlung von den Sätzen, die wir im Fernunterricht am häufigsten hörten: 

 

«Irgendöpper het sis Mikrofon nonig uf stumm.» 

Das hörte man entweder am Anfang einer Lektion oder nachdem man endlich seinen ganzen Mut zusammengenommen hat, um etwas zu sagen, und dann beim halbwegs erfolgreichen Versuch sein rasendes Herz zu beruhigen, dummerweise noch sein Mikrofon vergisst ausmachen. 

Grundsätzlich verlief der Unterricht aber ganz gut, obwohl es hin und wieder zu «Fernunterricht-Pannen» kam. So hörte man z.B die Kaffeemaschine im Hintergrund, das einte oder andere Haustier und auch Arbeiter, die wegen etwas vorbeikamen.

 

«Sie hend ihres Mikrofon ned ah»/ «Möchet doch mal d Mikrofon ah»

Während man im Unterricht vor Ort die Kommentare der Studenten möglichst unterbinden möchte, war die Situation im Fernunterricht definitiv anders. Hier hofften die Lehrpersonen auf irgendwelche Reaktionen, die nicht passive Gesichter sind. Während die Studenten an ihren Reaktionen zu schaffen haben, gab es auch von der Seite der Lehrpersonen, einige, die mit der Mikrofoneinstellung zu kämpfen hatten. 

 

«Gsehnder min Bildschirm?»

Gruppenarbeiten, die ein Produkt am Ende haben sollten, werden in den Breakout-Rooms am besten mit dem Bildschirm-Sharing gelöst. Mit der Zeit wussten alle, wie das im Microsoft Teams funktionierte, jedoch ist BigBlueButton immer noch ein Mysterium, dass mehr Schwierigkeiten zubereitet als alles andere. (Hier nicht eingeschlossen sind andere Gesprächshemen, die üblicherweise vor dem Lösen der gestellten Aufgabe besprochen werden.) 

 

«Ich briche glaubs (bald) d PH ab.»

Der wahrscheinlich meistgesagt Satz ist dieser hier. (Ich weiss nicht, wie oft ich diesen Satz innerhalb einer Woche sage, aber selten ist es auf jeden Fall nicht.) Es überrascht mich zwar auch nicht, da man seit März die Studenten mit Gruppenarbeiten, Projekten und Vorlesung bewirft. Mischt man diese Dinge noch mit der Tatsache, dass die Studenten in der Fernlehre sitzen und sich mit möglichst wenig Personen trafen, um sich an die Corona Bedienungen des Bundesrates zuhalten, hat man schnell Probleme mit der psychischen Gesundheit. Wir hoffen, dass sich das im nächsten Semester ändert. 

 

Diese kleine Ansammlung von Sätzen soll und darf euch, Leserinnen und Leser, ein kleines Lächeln entlocken.

 

Mit diesen Worten verabschiede ich mein erstes Schuljahr zusammen mit etwa 100 anderen Studenten und wünsche allen erfolgreiche Prüfungswochen und noch schönere Ferien 😊