Interview mit Micha Suter, Juni 2015

von Francine Betschart (2. Semester PS)

 

Name/Vorname: Micha Suter

Geburtsdatum: 07.01.1992

Wohnort: Sattel

Unterrichtsort: „Altes Schulhaus“, Arth

 

Bis vor einem Jahr war Micha Suter wie wir eine Studierende an der phsz. Seit dem Sommer 2014 übernahm sie eine Kindergartenklasse im „alten Schulhaus“ Arth. Mit einer ansteckenden Begeisterung hat sie mir über ihr Leben und ihre Erfahrungen erzählt.

 

1. Was war dein bisher lustigstes Erlebnis im Kindergarten?

Ein einzelnes Erlebnis heraus zu nehmen ist sehr schwierig, jeden Tag passieren viele lustige Sachen. Die meisten vergesse ich nach einiger Zeit wieder.

 

Nach einigen Überlegungen, erzählt mir Micha, mit einem Lachen auf dem Gesicht eine Geschichte.

 

Vor einigen Wochen kam bei uns im Kindergarten der Polizist vorbei. Die Kinder waren um den Polizist versammelt und er fragte in die Runde: „An was erkennt man einen Polizist?“ Eine Schülerin streckt und antwortet: „Ein Polizist ist immer blau!“

 

2. Welche Erwartungen an den Schulalltag haben sich erfüllt und welche nicht?

Wie ich es erwartet habe, ist der Beruf sehr abwechslungsreich. Kein Tag ist gleich wie der nächste. Jeden Tag steht etwas anderes auf dem Programm. Die Motivation der Kinder ist gross und ansteckend. Somit fällt es mir auch leicht, den Montag Morgen zu meistern. Die Kinder sind direkt und haben eine offene Art.

Die Heterogenität beim Eintritt in den Kindergarten ist riesig. Die Kinder haben unterschiedliche Voraussetzungen. Während einige Kinder sich im Kindergarten problemlos zu Recht finden, wissen andere nicht genau, was sie mit diesen Spielsachen anstellen sollen.

Anders erwartet hätte ich den Kontakt mit den Eltern. Obwohl ich vor diesem Thema grossen Respekt, wenn nicht sogar etwas Angst hatte, stellte sich der Kontakt mit den Eltern bisher als angenehm heraus.

3. Was war für dich die grösste Herausforderung beim Berufseinstieg?

Die grösste Herausforderung war ein Kind, welches zu Beginn mit dem Kindergartenalltag überfordert war (emotionale und sprachliche Entwicklung). Als es für mich und die Klasse untragbar wurde, bekam ich eine 1 zu 1 Betreuung für das Kind.

4. Wie viel Zeit hast du in die Vorbereitung vor deinem ersten Kindergarten Morgen investiert?

Ich habe im Sommer sehr viel Zeit in die Vorbereitung investiert. Einen grossen Teil nahmen auch der Raum und die Einrichtung des Kindergartens in Anspruch.

5. Wie wurdest du zu Beginn vom Team unterstützt?

In Arth hat es drei Kindergärten. Wir sind ein tolles Team. Die beiden anderen Kindergärtnerinnen helfen mir. Im organisatorischen Bereich machen sie mich auf Dinge aufmerksam, dessen Wichtigkeit oder Gebrauch mir gar nicht bewusst war. „Was sendet man den Kinder vor dem Schulbeginn für Unterlagen zu“. Dies ist ein wichtiger Punkt, den ich mit ihrer Hilfe problemlos lösen konnte.

6. Was fehlt dir vom Studium an der phsz? Welche Defizite musstest du aufarbeiten?

Ich fände eine spezifischere Ausbildung für den Kindergarten gut. Die Methodenkompetenz könnte ich viel vertiefter gebrauchen. Zum Beispiel habe ich nie richtig gelernt, wie man ein Bilderbuch erzählt und was man daraus alles machen kann. Auch das Arbeiten mit der Handpuppe oder das Halten einer Schere ist im Kindergarten sehr wichtig.

7. Was für ein Tipp gibst du den phsz Studierenden für die Zukunft?

Der Praxiseinsatz ist am berufsnahsten und brachte mir sehr viel für die Zukunft. Am besten geht man ins Praktikum mit der Einstellung eines Schwammes und saugt alle Tipps und Informationen auf.

8. Wie siehst du deine Zukunft? Hast du noch einen Traum?

Zuerst möchte ich mich in meiner Aufgabe als Kindergärtnerin noch verbessern. Aber ich kann es mir gut vorstellen, später einmal mein Wissen als Praxislehrperson weiterzugeben oder auch eine Weiterbildung in Angriff nehmen.

 

Ich danke Micha für das spannende Interview und wünsche ihr und ihren „Chindsgi Chind“ alles Gute.