Wenn 350 Studierende anfangen zu grüssen, Oktober 2016

von Thomas Watzlawek (3. Semester PS)

 

„Hey Watzi, spar dir deine Überlegungen zu einem zweiten Thema. Du machst ein Interview mit Kathrin Futter", eröffnete mir mein Chef, Primarschullehrpersonkandidat fünfter Ordnung, Simon Schnüriger. „Was mache ich?" „Ein Interview mit Frau Futter." „Zum Teufel, wer soll denn das sein?"

 

Na ja, zugegeben, ich wusste nicht, wer das war. Neuigkeiten erfahre ich in der Regel als Letzter. Hm, vielleicht vergesse ich sie auch nur wieder als Erster, aber dann ist mir Option eins definitiv sympathischer. Wo war ich nochmals gleich? Ach ja, Interview mit Frau Futter.

Option zwei, du kannst mich kreuzweise.

 

Frau Futter, Sie sind ja schon so lange an der PHSZ, dass Sie bereits als Inventar der Hochschule gelten. Doch niemand weiss so recht, was Sie vor Ihrer PHSZ-Zeit gemacht haben. Erzählen Sie doch ein bisschen von sich und von Ihren beruflichen Stationen.

 

Ach, das war ein mehr oder weniger üblicher Werdegang. Zuerst kam die Matura, danach

das Primarlehrer/-innen-Seminar des Kantons Zürich. Im Anschluss war ich acht Jahre lang als Mittelstufenlehrerin tätig. Währenddessen begann ich ein Studium in Erziehungswissenschaften, Angewandter Psychologie und Sonderpädagogik in Zürich, um vermehrt Hintergrundinformationen zu erhalten. Beides war durchaus miteinander vereinbar, weil ich 50% in der Schule unterrichtete und die anderen 50% studierte. Nach dem erfolgreichen Abschluss meines Studiums im Jahr 2005 war ich sowohl Lektorin in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung für die Sekundarstufe I an der Universität Fribourg als auch

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Hochschuldidaktik an der Universität Zürich.
Diese Tätigkeiten halfen mir, nötige Qualifikationen im Bereich der Ausbildung zu erwerben, auf dem heute mein Schwerpunkt liegt.
So, was habe ich jetzt noch vergessen? – Ach ja: Bevor ich in diesem Sommer meine Stelle als

Prorektorin Ausbildung an der PHSZ antrat, war ich an der Universität Basel als Dozentin tätig und promovierte an der Universität Zürich.

 

Puh, ein ganz schönes Programm.

 

(lacht) – So schlimm war das gar nicht.

 

Was genau sind denn Ihre Aufgaben als Prorektorin Ausbildung an der PHSZ?

 

Die Aufgaben sind recht mannigfaltig. Ich bin zum Beispiel zuständig für die

Bachelorstudiengänge KU und PS, das Prüfungswesen, aber auch für Konferenzen und Klausuren der Dozierenden, für die Administration und sämtliche Fragen der

Studierenden.

 

Haben Ihre Freunde und Kollegen Ihnen gratuliert oder Sie bedauert, als Sie ankündigten, in die Finsternis der konservativen Innerschweiz wechseln zu wollen?

 

(lacht) – Nein, sie haben mir gratuliert. Die PHSZ besitzt schliesslich einen hervorragenden

Ruf und ausserdem gibt es viele Berge in der Nähe, da kann man schön bergsteigen.

 

Was für einen Eindruck haben Sie bisher von der PHSZ gewonnen?

 

Der gute Ruf hat sich bestätigt. Sie besitzt eine sehr persönliche Atmosphäre – es ist schon speziell, wenn einen 350 Studierende grüssen. Die Zusammenarbeit innerhalb der Hochschulleitung ist konstruktiv, und es herrscht ein sehr entspanntes und angenehmes Klima vor. Es gibt einen guten Austausch untereinander, der sich auch daran manifestiert, dass eigene Ideen und Vorstellungen, was die Gestaltung der Hochschule betrifft, stets willkommen sind und man darüber offen diskutieren kann.
Mein Ziel ist es, die weiteren Entwicklungsschritte zusammen mit den Dozierenden und Studierenden anzugehen. Innovation ist da durchaus ein Stichwort, das es zu verfolgen gilt. Die PHSZ ist in diesem Bereich bereits hervorragend aufgestellt, und wir wollen das noch weiter ausbauen.

 

Gibt es bestimmte Probleme, die Sie wahrnehmen und möglichst sofort anpacken wollen?

 

Das ist noch etwas verfrüht. Ich bin ja noch nicht so lange im Amt und muss mir erst einen fundierten Überblick verschaffen. Ein Augenmerk werde ich auf die Kohärenz der Module legen. Es sind in den letzten Jahren viele neue Dozierende zu uns gestossen, da sind immer wieder Absprachen nötig. Zudem weisen an der PHSZ alle Seminare einen hohen Anteil an selbstgesteuerten Lernphasen auf. So werde ich gemeinsam mit den Dozierenden die Güte der gestellten Aufträge für die Selbstlernphasen unter die Lupe nehmen.

 

An manchen Hochschulen ist es so, dass man Fächer wie BG, TG, Musik oder Sport nicht unbedingt belegen muss, in Goldau jedoch schon. Gibt es Pläne, das zukünftig ändern zu wollen?

 

Die bestehende Regelung wird höchstwahrscheinlich so bleiben. Alles andere wäre ein

Schritt zurück.

 

Sehen Sie Ihre jetzige Stelle und Position als Übergang oder planen Sie, langfristig an der PHSZ zu bleiben?

 

Ich plane, – im Wissen darum, dass sich Pläne auch wieder ändern können - längerfristig an der PHSZ zu bleiben. Ich möchte meine Erfahrung gewinnbringend einsetzen und helfen, damit die PHSZ die zukünftigen Aufgaben in sicherem Fahrwasser bewältigen kann.

 

Erzählen Sie doch ein wenig über Ihre Hobbys. Wie sieht denn Ihre Freizeitgestaltung aus?

 

Ich gehe oft bergsteigen und mache gern Skitouren. Wir haben einen Australian Shepherd, mit dem wir recht viel unternehmen.

 

Wir?

 

Wir, das heisst, mein Partner und ich. Generell liebe ich Outdoor-Aktivitäten, wie etwa Alpentouren oder Biwakieren. Daheim in Wädenswil arbeite ich gerne im Garten, ein

Theater-Abo besitze ich auch noch und wie gesagt: der Hund muss ja auch Gassi gehen…

 

Wie motivieren Sie sich, bevor Sie einen Arbeitstag beginnen? Freuen Sie sich darauf oder müssen Sie mit einem koffeinhaltigen Wachmacher nachhelfen?

 

Ich trinke gern zwei Tassen Kaffee nacheinander. Am liebsten Schoggi-Kaffee.

Vielleicht müsste man George Clooney einmal anrufen, damit noch mehr gute Nespressokapseln mit Schokogeschmack in das Sortiment aufgenommen werden – (lacht).

 

Wenn Sie einen Monat lang eine gemeinnützige Arbeit verrichten müssten, was würden Sie wählen: Wahlkampfhelferin bei Donald Trump, Unterhändlerin unter Boris Johnson bei den EU-Gesprächen oder Marketingleiterin der fiktiven Kampagne Legalisiert Cannabis in der Schweiz?

 

(lacht) – Keine von diesen. Trump ist mir jedenfalls sehr unsympathisch und mit Boris

Johnson möchte ich auch nicht zwingend Schoggi-kaffee trinken…

 

Frau Futter, vielen Dank für das Gespräch.

 

Wer mehr über Kathrin Futter erfahren möchte, dem sei ihr

Blog empfohlen:

www.kathrinfutter.ch/blog/